1813

  Schlacht bei Hagelberg

2013

Im Jahre 2013 jährt sich zum 200. Mal die Schlacht bei Hagelberg.

Chronologie der Kriegsereignisse im Belziger Raum

Am 03.03.1813 greift eine Abteilung verfolgender Kosaken den Nachtrupp des Vicekönigs von Italien (Eugen – Stiefsohn Napoleons) bei Beelitz an. In Belzig hört man den Kanonendonner. Die Russen unter Graf Wittgenstein besetzen acht Tage lang Belzig und fordern es zum Aufstand gegen Napoleon auf. Dann zogen sie weiter nach Wittenberg, ohne es einnehmen zu können.

04. März, die fliehenden Franzosen besetzen Belzig. Fouriere der Franzosen in Belzig. Rund 2000 Soldaten sind in der Stadt.

06. März, kaum hatten die Franzosen Belzig verlassen, verfolgten die Kosaken sie.

Am 6. März war das Hauptquartier des Vize - Königs in Wittenberg. Die Kolonne des rechten Flügels passierte Jüterbog, die des linken Flügels Treuenbrietzen. Die l1te Halb - Brigade unter General Bardet marschierte von Golzow nach Belzig, und vereinigte sich dort mit der in Ziesar gestandenen unter Major Trip.

„Nicht ohne Verluste war es Beauharnois gelungen, auf seinem Rückzug von Berlin die Elbe zu erreichen, bei Belzig (06. März) war sein Nachtrab unter Greneir, sowie am folgenden Tag (07. März) bei Jüterbog, von den nachsetzenden Russen geschlagen und umsäumt war er bei Wittenberg über die Elbe nach Leipzig und von dort bald hinter die Saale zurück gewichen.“

Durch die wirren Bedingungen der Zeit war vom 08. März bis zum 21. Juni der Postverkehr mit Belzig unterbrochen.

29. März General Yorck nahm sein Quartier in Belzig. Dieser erließ am 30. März zwei Schreiben an den General von Bülow.

30. März, der General Wittgenstein (1769 – 1843) verlegt sein Hauptquartier von Berlin nach Belzig und schlägt sein Hauptquartier auf der Burg Eisenhardt auf. Die Russen waren vom 30. März bis 05. April in Belzig. Scharnhorst weilte am 02. April im russisch-preußischen Hauptquartier in Belzig.

Nach dem Waffenstillstand zogen polnische Ulanen in Belzig ein. Der General Wittgenstein erließ in Belzig folgenden Aufruf:

Sachsen

Ich betrete Euer Land, um Euch mit Krieg zu überziehen, oder mit Euch vereint um Eure Freiheit, für die Wiederherstellung Eurer Ehre zu kämpfen. Wählt! Eure Wahl kann Eure Krone in Gefahr bringen, kann einst Eure Kinder bei dem Gedanken an ihre Väter erröthend machen, sie hält Deutschlands gezeitigte Befreiung nicht auf. Seht, was um und neben Euch geschieht. Werft einen Blick auf die edlen Preußen. Euer Nachbar, die ganze Nation erhebt sich in Masse, in ihren Reihen findet ihr den Sohn des Pflügers neben dem des Fürsten, aller Unterschied der Stände ist in den großen Begriffen Freiheit und Ehre, König und Vaterland zusammengeschmolzen, es gibt keinen Unterschied mehr, als den des größten Talents, des feurigen Eifers zum Kampf für die große heilige Sache.

Freiheit oder Tod ist das Losungswort, welches Friedrich Wilhelm ausgegeben hat, und feierlich schwört sein ganzes hochherziges Volk; zu siegen oder eines solchen Fürsten würdig, zu fallen. Sachsen! Deutsche! Unsere Stammbäume, unsere Geschlechterregister schließen mit dem Jahre 1812. Die Thaten unserer Ahnen sind durch die Erniedrigung ihrer Enkel verwirkt.

Nur die Erhebung Deutschlands bringt wieder edle Geschlechter hervor, und gibt denen, welche es waren, ihren Glanz zurück.

Im Hauptquartier zu Belzig, den 30. März 1813 – Graf zu Wittgenstein.

20. April, Corp's des Grafen Morenzow zogen durch Belzig.

10. Juli 1813 Napoleon selbst in Belzig ?, er nahm die Musterung der polnischen Besatzung der Belziger Garnison vor, die dann am 10. August Napoleons Geburtstag, welcher erst auf den 15ten fällt, mit großer Begeisterung feierten. (Gemäß der Chronologie der Tagesgeschicht kann Napoleon an diesem Tag nicht in Belzig gewesen sein)

 

14.07.1813 Handarbeiter Johann Gottlieb Müller in Sandberg, 26 Jahre alt. Er wurde durch eine Kugel, welche durch die linke Schulter ins Herz vordrang, getötet. Das Unglück geschah, als zwei Soldaten des Holländischen Militärs, welches Quartier in der Hintermühle genommen hatten, und der Mühlbursche der Hintermühle Schießübungen in Richtung Ratswoord gemacht hatten. Nach der Untersuchung hatte der Mühlbursche den unglücklichen Schuss abgegeben. (Kirchenbuch Belzig)

 

 

Aufstellung der Truppen- und Kampfhandlungen im Belziger Raum im August 1813

Am 12. August versuchten Kosaken in Belzig einzudringen, wurden aber durch die Ulanen zurückschlagen. Nach Abzug der Ulanen aus Belzig, besetzen die Kosaken die Stadt, welche nicht glimpflich mit den Bürgern umgingen.

Die Feindseligkeiten haben den 17. August in der Gegend von Zerbst den Anfang genommen. Es waren dort 600 Kosaken , die vom 16 an ihre Patrouillen bis Roßlau und gegen Koßwig, längs der Elbe hin aussandten.

Am 18 früh ließ der General Dombrowski die russischen Vorposten angreifen, und drängte sie bis hinter Jüterbogk, Belzig und Zerbst zurück, von welchen Orten die französischen Truppen wieder Besitz nahmen.

Ein Korps von mehrern tausend Mann, Infanterie und Kavallerie, mit sechszehn Kanonen, unter den Befehlen des Gen. Winzingerode und der Generale Zrock und Benkendorf, zog sich über Luckenwalde und Brück zurück. Am 18. waren nur noch 300 Kosaken in letzterer Stadt geblieben, welche durch die französischen Truppen herausgejagt wurden.

Ende August versuchten 800 Kosaken die französische Besatzung zu überfallen, aber ohne Erfolg.

 

Am 25. August Abends ließ Feldhauptmann Czernitzschew Belzig von seinen Kossacken besetzen.

Dieses erfuhr Feld-Hauptmann Girard, der in Lübnitz Halt gemacht hatte, um die Nacht da zuzubringen; unruhig über seine Stellung machte er eine starke Verlugung nach Belzig zu, wagte sich jedoch nicht bis an die Stadt, wo sich die Unsrigen nach einem ziemlich lebhaften Scharmützel behaupteten.

 

27. August verdrängt General Hirschfeld den General Czernitschew aus Belzig. Gefecht bei Hagelberg. Nach dem erfolgreichen Gefecht wurden 1353 Soldaten und 33 französische Offiziere gefangen genommen und nach Belzig transportiert.

 

Nachrichten von der Schlacht bei Belzig am 22. und 26. August und an der Katzbach am 27. August, wie auch von den Vorfällen bei Dresden in den letzten Tagen des Augusts 1813. (Auszug)

Aus der Gegend von Belzig, vom 29sten August.

Am 26sten Mittag’s bezog das französische Corps unter dem Divisions – General Girard ein Lager bei dem Dorfe Lübnitz. Am selbigen Abend rückten zwei Regimenter Kosaken vom Corps des General – Majors und General – Adjudanten von Czernitscheff in Belzig ein, welche, um den Feind aufzuhalten, das französische Lager am 27sten Morgens alarmierten, und vom Feind verfolgt, sich unter einem 3 stündigen Trialleufeuer bis eine halbe Meile hinter Belzig zurückzogen. Mittags um 2 Uhr hörten wir starken Kanonendonner und erfuhren, dass ein Corps – Preußen unter den Befehlen des General – Leutnants von Hirschfeld das Lager bei Lübnitz angegriffen hätten. Sogleich kam der General Chernischeff mit 3 Kosaken – Regimenter, unter dem Obrist von Benkendorf auf den linken Flügel, um den rechten des Feindes zu umgehen, mit 2 anderen eilte der General zum rechten Flügel der Preußen, das fünfte blieb in Belzig auf der Straße nach Wittenberg. Bei der Ankunft des Obristen von Benkendorf stieß derselbe auf eine feindliche Colonne von ungefähr 800 Mann Infanterie, 3 Escadrons und 3 Kanonen, welche die Absicht zu haben schienen, die Preußen in die linke Flanke zu nehmen. Mit der größten Entschlossenheit wurde diese Colonne sogleich ange­griffen, und in solche Unordnung gebracht, dass 500 Gefangene gemacht und 3 Kanonen, wovon jedoch nur eine fortgebracht wurde, nebst 3 Pulverwagen genommen wurden. Zu gleicher Zeit stürmten die Preußen mit dem Bajonett das feindliche Centrum, welches eine sehr feste Position auf einem mit Mauern umgebenen Berge genommen hatte. Nur durch die große Tapferkeit dieser Truppen war es möglich den Feind zu werfen. Das von neuen betaschirte Kosaken – Regiment Wlasow griff eine feindliche Colonne aus Infanterie und Kavallerie, auf dem linken Flügel an, und machte dabei nebst 20 Offiziere, 1200 Gefangene. Die letzte feindliche Kavallerie brach jetzt aus einem Wald hervor gegen die Position, welche der General von Czernitscheff mit seinen letzten Kosaken – Regiment eingenommen. Mit der diesem allgemein geschätzten General eigenen Entschlossenheit, griff er an der Spitze des Regiments diese überlegene Macht an, und rieb sie größtenteils auf. Mehrere Stabs- und Subaltern – Offiziere nebst 300 Gemeinen wurden zu Gefangenen gemacht. Sowohl die Kosaken als auch die Preußischen Truppen verfolgten den Feind bis zu einem Walde, aus welchem er unter Begünstigung der eingebrochenen Nacht nach Wittenberg und Magdeburg retirierte. Das Schlachtfeld war mit Toten und Blessierten bedeckt, und es wurden mehr als 2000 Gefangene in Belzig eingebracht.

Bericht des Oberst Münch, Führer des Regiments der Herzöge zu Sachsen, welcher auf Seiten der Franzosen gekämpft hatte. (Rapport aus Wittenberg vom 29. August 1813)

                                                                                        

                                                                                    

 

Wir hatten am 27.08. bei Leipnitz (Lübnitz) unweit Bölitz (Belzig) eine sehr unglückliche Affaire (Treffen). Von den 2 Bataillonen, die aus Magdeburg ausgerückt, waren 14 Gothaische, 3 Meinigsche Offiziere, 30 Unteroffiziere und 205 Soldaten übrig. 40 bis 60 Mann sollen tot und verwundet sein. Von Meiniger Offizieren wurde Leutnant Kayßer vermisst. Sämtliches Offiziersgepäck war verloren. Alle Pack- und Wagenpferde wurden gerettet bis auf eins, aber ohne Sättel.

Aus: G. Hinze: Kavallerie trieb die Kosaken zurück (MAZ 16./ 17.09.2000)

 

Die Schlacht von Hagelberg  von  VK Werner Richter (Märkische Volksstimme)

Um auf die Schlacht bei Hagelberg am 27. August 1813 näher eingehen zu können, bedarf es einer kurzen Erläuterung der allgemeinen Lage vor diesem großen Ereignis. Nachdem der Imperator Napoleon im Jahre 1812 in Rußland an der Beresina und bei Borodino die größte Niederlage erlitt, erreichte er mit 30000 von. 600 000 Mann die preußische Grenze. Es gelang Napoleon aber trotzdem in kurzer Zeit wieder, ein Heer von etwa 250 000 Mann, Hilfstruppen einberechnet, aufzustellen. Wenn auch der Imperator versuchte, den alten Geist in seiner Truppe wieder wachzurufen und durch seine hohe Kriegskunst die Niederlage wettzumachen, so war es dem Eroberer nicht mehr möglich, zu neuen Schlägen auszuholen. Der Nimbus der Unbesiegbarkeit war dahin. Während im Frühjahr des Jahres 1813 Napoleon an der Katzbach vernichtend, und. noch in einigen anderen Schlachten, geschlagen wurde, kam es Mitte August zur Niederlage bei Großbeeren und am 27. August zu der nicht unbedeutenden Schlacht bei Hagelberg.

Es muß noch erwähnt werden, daß zu dieser Zeit die Oesterreicher unter dem Oberbefehl des Fürsten Schwarzenberg von Böhmen aus operierten, die schlesische Armee unter Blücher von Schlesien heranstürmte, der russische General Wittgenstein mit dem Yorkschen Korps bereits Berlin erobert hatte und die Schweden unter dem Befehl des schwedischen Kronprinzen die Nordflanke zwischen Berlin und Brandenburg sicherte. Die Hauptmacht Napoleons war um Dresden versammelt.

Der Nordarmee waren auch zwei preußische Korps unterstellt, die südlich, südwestlich und westlich von Berlin vorgeschoben waren. Durch Rekognoszierungsabteilungen wurden einige Tage vor der Schlacht bei Hagelberg in der Gegend von Magdeburg und im Raum von Luckau je ein französisches Korps festgestellt. Diese beiden Truppenverbände sollten sich vereinen und Berlin zurückerobern. Das von Magdeburg herannahende Korps unter dem General Girard kam aber nur bis Brandenburg, mußte sich dann südlich abwenden, da die Brückenübergänge zerstört waren und starke Kosakenverbände die Ostflanke bedrohten. Da das französische Korps die Fühlung mit den Preußen verloren hatte; glaubte es sich in Sicherheit und bezog vom 24. zum 25; August in Ziesar und vom 26. zum 27. August bei Lübnitz und Hagelberg ein Lager. Die Sorglosigkeit der französischen Truppen gereichte diesen zum Verhängnis. Die preußische Landwehrdivision unter dem General Hirschfeld und einige gemischte Brigaden erhielten zuvor vom schwedischen Kronprinzen den Befehl, die Vereinigung der beiden feindlichen Abteilungen zu verhindern und diese unverzüglich anzugreifen.

Am Morgen des 27. August bemerkte die preußische Vorhut Rauchsäulen in Richtung Lübnitz. Tags zuvor hatte diese von Einwohnern aus Ziesar erfahren; daß die Franzosen in Richtung Brück marschieren wollten. Nach Meldung an den Divisionsgeneral ging dieser sofort persönlich mit einigen Stabsoffizieren durch den Weitzgrunder Forst zur Erkundung vor. Ungesehen vom Feinde erkannte dieser, nördlich von Lübnitz ein großes Reiterlager und faßte daraufhin sofort seinen Angriffsplan. Das Gros der Preußen befand sich zu der Zeit auf der Linie Ziesar—Görzke. Nach Benken zurückgekehrt; erteilte der General seine Befehle: Die Brigade Reuß rückt sofort beim Vorwerk Steindorf in den Bereitstellungsraum und unterstützt mit drei Bataillonen Landwehr; einer Eskadron Landwehrkavallerie und einem Geschütz den Angriff um 2 Uhr nachmittags gegen Lübnitz. Das Gros rückte unverzüglich von Benken aus in folgender Reihenfolge durch den Weitzgrunder Forst in den Bereitstellungsraum nordostwärts Lübnitz.

 

                                                                                      

 

Erstens: Oberst Bismarck mit 11 Eskadronen Landwehrkavallerie; zweitens: Brigade Langen mit drei Bataillonen; drittens: Brigade Putlitz mit sechs Bataillonen; viertens: Brigade Marwitz mit drei Bataillonen und einer russischen Batterie des Grafen Chamboran; die der Division unterstellt war. Der Angriffsbeginn war 3 Uhr nachmittags. Ohne besonderes Trompetensignal wurde um 2 Uhr das Kavallerielager der Franzosen bei Lübnitz, 11 Eskadronen, attackiert. Doch die französische Infanterie südlich Lübnitz entwickelte sich zum Gegenangriff und konnte die erste Attacke abschlagen. Der von Steindorf erfolgte Angriff aus der Flanke wurde ebenfalls durch Infanterie und Artillerie abgewehrt.

Nachdem sich die Landwehrreiterei am linken Flügel des Bereitstellungsraumes wieder gesammelt hatte, wurde um 3 Uhr mit der Brigade Langen ein wuchtiger Angriff gegen Lübnitz vorgetragen, das Dorf in Sturm genommen, die Franzosen über den Windmühlenberg, auf dem heute das Denkmal steht, hinausgeworfen, und bis hinter den Triftberg westlich Klein Glien gejagt.

Um 4 Uhr ungefähr vereinigte sich die Brigade Langen mit der Brigade Reuß. die neugeordnet aus dem Steindorfer Walde und Schmerwitzer Tiergarten heraustrat, und rückte den Franzosen nach. Besonders schnell ging das Spitzenbataillon vor, denn man vermutete hinter dem Triftberg nur noch die Nachhut des Feindes. Als die Landwehr auf dem Triftberge erschien, wurde diese von Artillerie- und Infanteriesalven stark eingedeckt. Die schlechten Gewehre der Landwehrleute funktionierten bei dem Regen nicht; so daß es zu harten und erbitterten Nahkämpfen kam. Als ein vor der Flanke heranrückendes Bataillon die Stellung sehr gefährdete; zogen sich die Preußen schnellstens in den Schmerwitzer Tiergarten zurück; Die Landwehrkavallerie konnte nur mit großer Mühe diesen wilden Rückzug decken;

General Girard nutzte diesen günstigen Augenblick aus und drängte mit aller Macht bis zum Dorfe Hagelberg nach. Die Front seiner ersten Bataillone Verlief zwischen Hagelberg und Schmerwitz Hagelberg selbst wurde auch wieder vom Feinde besetzt. Auf preußischer Seite erschienen nun die Brigaden Putlitz und Marwitz. Die Brigade Putlitz durchkreuzte den Grünen Grund und drängte die im Belziger Busch stehenden Truppen nach Hagelberg zurück. Oberstleutnant von der Marwitz marschierte mit seiner Brigade über Lübnitz nach Süden und erkannte die gefährliche Situation der Brigaden Langen und Reuß. Während die Artillerie auf dem Spitzberg Aufstellung nahm und von hier aus den Feind zum Stehen brachte, faßte die Infanterie neuen Mut; konnte neu geordnet werden und begann nun den siegreichen Schlußangriff.

Von Westen und Osten wurde Hagelberg im ersten Ansturm genommen, eine französische Batterie erobert und der linke Flügel der Preußen umfaßte die feindlichen Linien. Hierbei waren die Schützenlinien der Brigade Putlitz in Gefahr, von drei französischen Husaren-Eskadronen umzingelt zu werden. Im kritischen Augenblick erschien aber das Kosakenregiment Wlassow auf dem Kampfplatz; warf sich den Husaren entgegen und hieb diese zusammen. Die Landwehr umzingelte fast gleichzeitig zwei Bataillone und nahm 1350 Mann gefangen.

Der russische General Czernitscheff hatte inzwischen einige seiner Kosakenregimenter über dem Petersberg auf Klein und Groß Glien vorgeschoben. Das beschleunigte den Abzug der Franzosen. In zwei Kolonnen flohen diese vom Schlachtfelde. Eine zog über Schlamau auf Magdeburg zu, die andere über Wiesenburg nach Coswig. 1700 Mann zu Fuß und 45 zu Pferde erreichten Magdeburg. Die zweite Abteilung war nicht ganz so stark. 3600 Mann lagen auf dem Schlachtfelde und 3500 Mann fielen den Preußen als Gefangene in die Hände. Die Preußen verloren 1700 Mann.

Auch die Schlacht bei Hagelberg hat wesentlich dazu beigetragen, daß naopoleonische Joch in den Befreiungskriegen abzuschütteln. Die Befreiungskriege lehrten uns deutlich, daß ein um seine Freiheit und nationale Unabhängigkeit kämpfendes Volk auf die Dauer nicht in Ketten Rehalten werden kann und unbesiegbar ist. Jeder ungerecht Beführte Krieg wird stets mit der totalen Vernichtung des Aggressors enden. Auch heute wird das deutsche Volk, im Vertrauen auf die gerechte Sache unseres Friedenskampfes, jedem Aggressor die entsprechende Antwort erteilen.

 

Bericht über die Schlacht im "Österreichischer Beobachter" von 1813

Schreiben aus der Gegend von Belzig vom 29. Aug: Am 26. Mittags bezog das franz. Corps unter dem Divisionsgeneral Girad ein Lager bei dem Dorfe Lübnitz. Am selbigen Abend rückten 2 Regimenter Kosaken vom Corps des Generalmajors und Generaladjutanten von Czernitscheff in Belzig ein, welche, um den Feind aufzuhalten, das französische Lager am 27. Morgens allarmirten, und, vom Feinde verfolgt, sich unter einem 3stündigcn Tirailleurfeuer bis eine halbe Meile hinter Belzig zurückzogen. Mittags um 2 Uhr hörten wir starken Kanonendonner, und erfuhren, daß ein Corps Preußen unter dem Befehl des Generallieutenant von Hirschfeld das Lager bei Löbnitz angegriffen hätte. Sogleich kam der General Czernitscheff mit 5 Kosakenregimentern den preußischen Truppen zu Hülfe, detaschirte 2 Regimenter unter dem Oberst von Benkendorff auf den linken Flügel um den rechten des Feindes zu umgehen, mit zwei andern eilte der General zum rechten Flügel der Preußen, das fünfte blieb in Belzig auf der Straße nach Wittenberg. Bei der Ankunft des Obersten von Benkendorff stieß derselbe auf eine feindliche Colonne von ungefähr 800 Mann Infanterie, 3 Escadrons und 3 Kanonen, welche die Absicht zu haben schienen, die Preußen in die linke Flanke zu nehmen. Mit der größten Entschlossenheit wurde diese Colonne sogleich angegriffen, und in solche Unordnung gebracht, daß 500 Gefangene gemacht und 3 Kanonen, wovon jedoch nur eine fortgebracht wurde, nebst 3 Pulverwagen genommen wurden. Zu gleicher Zeit stürmten die Preußen mit dem Bajonett das feindliche Centrum, welches eine sehr feste Position auf einem mit Mauern umgebenen Berge genommen hatte. Nur durch die große Tapferkeit dieser Truppen war es möglich den Feind zu werfen. Das von neuem detaschirte Kosaken - Regiment Wlasow griff eine feindliche Colonne von Infanterie: und Cavallerie auf dem linken Flügel an, und machte, dabei nebst 20 Offizieren, 1200 Gefangene. Die letzte feindliche Cavallerie brach jetzt aus einem Walde hervor gegen die Position, welche der General v. Czernitscheff mit seinem letzten Kosakenregiment eingenommen. Mit der diesem allgemein geschätzten General eigenen Entschlossenheit, griff er an der Spitze des Regiment diese überlegen Macht an, und rieb sie größtentheils auf. Mehrere Stabs- und Subaltern Offiziere nebst 300 Gemeinen wurden zu Gefangenen gemacht. Sowohl die Kosaken als die preußischen Truppen verfolgten den Feind bis zu einem Walde, aus welchem er unter Begünstigung der eingebrochenen Nacht nach Wittenberg und Magdeburg retirirte. Das Schlachtfeld war mit Todten und Blessirten bedeckt, und es wurden mehr als 2000 Gefangene in Belzig eingebracht.

 

N. S. Es darf nicht vergessen werden anzugeben, daß die Franzosen in diesem Gefecht mit durchgehauenen Kugeln geschossen haben; diese Schändlichkeit, durch welche die Schmerzen des Verwundeten unendlich vermehrt werden und dessen Heilung erschwert wird, kann von den preußischen Lazareth-Chirurgen in Brandenburg durch hundertfältige Beweise öffentlich bezeugt werden.

 

Aufstellung uns Anzahl der Truppen

FRANZÖSISCH

KAVALLERIE:

525 Männer in 3 Geschwadern

vom 13. Regiment Hussar

zusätzlich:

1 Märzgeschwader helle Kavallerie

1 Märzgeschwader schwere Kavallerie KAVALLERIE:


ARTILLERIE:

15-23 Gewehren ARTILLERIE:

 

INFANTERIE:

8000 Männer in 12 Bataillonen

8 französische Btns. (2 hell und Linie 6)

2 Btns Saxon.

1 westfälisches Btn.

1 Btn Croatian. I

 

KOMMANDANTEN:

GdD Girard

GdB Sennegon, GDB Baville

 

PREUSSEN u. RUSSEN

KAVALLERIE:

1000 Männer in 12 Geschwadern

von 3., von 5. und von 6.

Kavallerieregiment Landwehr

5 Regimente Kossacken

geführt durch Tschernischev 1 4

 

ARTILLERIE:

11 Gewehren (10 russisch u. 1 preussisch) 4 3

 

INFANTERIE:

10350 Männer in 18 Bataillonen

1 Infanteriebtn.

Infanteriebtn mit 4 Reserven.

13 Landwehr Btns. von

3., 4., 6., 7. Regiment Landwehr 3 4

KOMMANDANTEN:

GR. von Hirschfeld

GR. von Puttlitz, Ob. Boguslavski,

Ob. von Bismark (Kavallerie),

Ob.-Ltn. von Der Marwitz

Chernishev (Cossacks)

 

Das Lied von Hagelberg   

(Chr. Niemeyer)

 

Wer reitet so leise den Berg hinan,

Von wackeren Degen begleitet?

Der Hirschfeld der ist es, der treffliche Mann,

Der leise bergan dort reitet.

Dem Franzmann dort unten im grünen Thal

Will er versalzen das Mittagsmahl.

 

Die Franzen aus Garben wohl Hütten sich baun,

Die Heerde muß bluten zum Mahle,

Der Häuser Geräth ist zum Feuer zerhau'n;

So schwelgen sie lustig im Thale

Wie nahe das blutige, schwere Gericht,

Das wissen die stechen Gesellen noch nicht.

 

Der Hirschsfeld ersinnt nun den klüglichen Plan,

Die Reisigen schickt er zur Linken

Durch Wald und Gebüsch aus verborgener Bahn,

Den Franzen eins zuzutrinken.

Er selbst mit dem Fußvolke säumet nicht

Und schlägt dem Gesindel in's Angesicht.

 

Da fliegen die Töpf und die Köpfe zugleich.

Da geht's an ein Lausen und Schreien.

Wie Staare, vom Jäger ereilt am Teich,

So sieht man den Schwarm sich zerstreuen.

Und Alles rennet dem Hagelsberg zu.

Sie denken: „da haben wir gute Ruh!"

 

Der Hirschfeld, der Marwitz saust stürmend nach

Durch das Thal zu den buschigen Höhen.

Da hagelt's Kugeln vom Felsendach

Und die Schelme sind nicht zu sehen.

Doch bauet, so hoch ihr nur wollt, eu'r Nest,

Wir geben euch droben, wie unten den Rest.

 

Hurrah! Hurrah! Nun die Klippen hinaus!

Hurrah! durch die Kugeln und Blitze!

Die Führer, die herrlichen Helden, voraus!

Hinauf zu des Hügels Spitze!

Hinauf, wo die wälsche Bande steckt!

Hinauf, und die Brut zu Boden gestreckt!

 

Nun sind sie schon oben! Nun sind sie hinan!

 Die Franschen drücken zusammen,

 Und stechen und schießen und wollen nicht dran.

 Die eisernen Schlünde stammen.

 Was Siechen und Schießen? die Kolbe gebraucht,

 Frisch drunter geschlagen, daß es raucht!

 

 Da fliegen die Köpfe, da bricht das Herz.

 Die Franschen suchen das Weite.

Doch Tschernischeff, hurrah! dort hinterwärts.

Der Schnelle, er giebt das Geleit.

 Er sticht gar scharf mit dem blinkenden Spieß.

 „Ach!" schrein sie, „ach wären wir in Paris."

 

Gen Magdeburg läuft da, was laufen kann.

 Held Girard der läuft am Besten.

 Ein winziges Häuflein nur kommt dort an

Von allen den garstigen Gästen.

 O Hagelsberg, du berühmter Ort!

Viel Schläge hat es gehagelt dort.

 

27. August Belzig. Zwischen hier und Lübnitz schlugen die Generale Tschernitscheff und Hirschfeld den franz. General Girard, welcher mit einem Corps aus Magdeburg gekommen war. Tschernitscheff nahm ihm 60 Offiziere, 1500 Mann und 1 Kanone, und Hirschfeld 80 Offiziere, über 2000 Mann, 7 Kanonen, mehrere Munitionswagen, und fast das ganze Gepäck ab.

27. August 1813 „Während des Treffens war vom Galgenberge eine Kanonenkugel in die Stadt Belzig geflogen und hatte den Kirschbaum vor der Schule zerschmettert. Diese Kugel ließ Organist Lichtenberg später, „mit einer Nachricht versehen“ über der Haustür einmauern.

Den 31. wurde das Lazarett aus der Schule geschafft, ein Italiener war noch auf dem Abtritt der Kinder gestorben. (31. August 1813)

29. August 1813 Hauptquartier des Kronprinzen von Preußen in Belzig.

Ein preussischer Freiwilliger schreibt (in der Berliner Zeitung vom 07.09.1813 ) aus der Gegend von Brück unterm 2. September „Die sächsische Regierung verkündet sich schwer an der großen Sache für welches Deutschland schwer kämpft! Während wir als Befreier in Sachsen einrücken und es uns bei, der härtesten Strafe verboten ist, selbst für unsern Unterhalt nicht das Mindeste eigenmächtig und mit Gewalt zu nehmen, finden wir bei dem Eintritt in die Grenze die Dörfer von den Bauern verlassen, das Getreide weggeschafft und die Brunnen zum Theil verschüttet. In dem Kruge des ersten Dorfes, in welches wir einrückten, lag auf dem Tisch eine gedrukte Verordnung des Rathes zu Belzig, in welcher es heißt: „Da eine feindliche Armee von 60.000 Mann gegen hiesige Lande in Anmarsch ist, so werden die Einwohner des Platten Landes unser Gegend hiemit bei Todesstrafe angewiesen, sofort alle vorräthigen Lebensmittel und das Getreide nach Belzig zu schaffen etc." Die  innerhalb der ersten 24 Stunden zurükgekehrten einzelnen Bauern wurden von uns aufgefordert Lebensmittel herbeizuschaffen; sie gingen auch mit dem Versprechen, dafür zu sorgen, fort, sollen aber noch wiederkommen. Hoffentlich wird sich das ändern, sobald wir tiefer in Sachsen eindringen, nur fehlt es jetzt noch an Fuhren. Nach Aussage der Gefangenen und der Überläufer befanden sich auf dem vorgehabten Marsch gegen Berlin, bei dem Corps des Marschall Qudinot und den Sächsischen Truppen, nicht weniger als 600 Sächsische Bauernwagen, welche einen Teil der in Berlin zu erwartenden Beute mit nach Sachsen zurücknehmen sollten !! Wie sticht dies Betragen gegen dasjene ab, welches wir in Sachsen beobachten! Sollten denn den Leuten die Augen noch immer nicht aufgehen."

In einem weiteren Schreiben, abgedruckt in der Berliner Zeitung Beilage 116, rechtfertigt sich der Bezirksbeamte Gutbier und der Bürgermeister Johann Gottlob Serno.

Entgegnung

auf das im 107ten Stück der Berliner Speyerschen Zeitung befindlichen Schreiben eines Freiwilligen vom Pommerschen National-Kavallerie-Regiment aus der Gegend von Brück.

Wenn der ungenannte Verfasser dieses Briefes die sächsische Regierung, wodurch hier nur die Behörde des Belziger-Amts-Bezirks verstanden werden kann, einer schweren Versündigung gegen die große Sache, für welche Deutschland kämpfe, beschuldigt, und als Beweis davon aufführt:

daß die Dörfer auf der sächsischen Grenze von Einwohnern verlassen, das Getreide weggeschafft, die Brunnen zum Theil verschüttet, und in dem Kruge des ersten Dorfes, wo er eingerückt, eine gedruckte Verordnung des Raths zu Belzig gefunden worden, in welcher es geheißen: da eine feindliche Armee von 60.000 Mann gegen hiesige Lande im Anmarsch ist, so werden die Einwohner des platten Landes hiesiger Gegend hiermit bei Todesstrafe angewiesen, sofort alle vorräthige Lebensmittel und das Getreide nach Belzig zu schaffen; so liegt diesem Schreiben, wenigstens so weit die Angaben die hiesige gegend betreffen, zuverläßig ein Mißverständniß zum Grunde. Wenn aber solche öffentliche Declarationen den höchst-unschuldigen Bewohnern der hiesigen Gegend zum großen Nachtheil gereichen; so findet man zur Rechtfertigung dieser Sache für nöthig, Folgendes darzustellen:

daß bei der hiesigen Gegend bei Lübnitz - Hagelberg etc. am 27sten August  c. a. vorgefallenen Affaire die Einwohner wohl gezwungen wurden, ihre Wohnungen zu verlassen, ist wohl sehr natürlich, da das Dorf beschossen und einige Häuser abgebrannt waren, und die anderen nachher so ausgeplündert standen, daß selbst Se. Excell. der Herr Generallieutnant von Hirschfeld Ihre hohe Theilnahme zu erkennen gaben, wie dies Schicksal an diesem und den folgenden Tagen mehreren Orten zu Theil wurde. Wie zu dieser Zeit Getreide weg und wohin zu bringen gewesen ? läßt sich nicht denken, und ist noch weniger zu erweisen. Eben so ist es mit dem Verschütten der Brunnen hier der Fall. Nur das ist leider wahr, daß der einzige bei dem Dorfe Lübnitz vorhandene Brunnen, der schon Tage vorher durch französischen Truppen erschöpft und die Schranken darum von den dort gestandenen Truppen zum Wachtfeuer gebraucht worden, sich selbst verschüttet hatte.

So viel endlich die angeblich gedruckte Verfügung des Raths zu Belzig betrifft, so hat dergleichen nie existirt, kann auch nicht existiren, da derselbe außer der Stadt gar nicht verfügen kann, wohl aber ist auf die noch vorhandene schriftliche Ordre Sr. Excellenz des Herrn Generals Czernitscheff vm 25sten August, daß am folgenden Tage 60.000 Mann bei Belzig ein Lager beziehen würden, für welches Lebensmittel und Fourage sogleich dahin zu bringen, durch den Bezirks-Beamten schriftliche Verfügung zur Zusammenbringung dieser Lebensmittel und deren Transport nach Belzig erlassen worden, welche noch vorhanden, und dem hier stehenden Herrn Kommandanten zur Beglaubigung vorgelegt worden, auch von dem vorausgeschickten Adjudanten genehmigt worden, nachdem schon vorher sämmtliche Unterthanen angewiesen waren, für einrückende Truppen Fourage und Lebensmittel in Bewirtschaft zu halten, keinsesweges aber über die Seite zu schaffen.

Belzig, am 9ten September 1813.

Gutbier, Bezirks-Beamter.

Johann Gottlob Sarno, reg. Bürgermeister.

 

Es gereicht dem Unterzeichneten zu einem ganz besonderen Vergnügen, sowohl in Folge seiner Pflicht, als auch zugleich aus eigener desseter Überzeugung, den oben angeführten rechtlichen Entschuldigungsgründen der respektiven Beamten, auf Ihren Antrag - nach vorherigen dokumentirten Aktenstücken - auch noch hier öffentlichen das Zeugniß Ihres Wohlverhaltens und Ihres löblichen Bestrebens, bei der Verpflegung der Königl. Preuß. Truppen und Verwundeten geben zu können, welches ich um so mehr im Stande bin, da ich gleich nach dem glorreichen Treffen bei Hagelberg auf dem Mit-Schlachtfelde bei Lübnitz bivouakirte, und Tags darauf in Belzig einen Wirkungskreis erhielt, der mich von allem in zureichende Kenntiß und Uebersicht setzte, welches ich dem Verfasser des vorangeführten Aufsatzes, sowohl, wie sein Irrthum zu erweisen, erbötig bin.

Belzig, in Sachsen, den 10ten September 1813

v. Rozinsky

Königl. Preuß. Hauptmann im 1sten Reserve-Regiment und Platz-Kommandant

 

Leider sind Darstellungen der Schlacht von Teilnehmern der französischen Seite kaum zu finden. In den Schriften des Vereins für S.-Meiningsche Geschichte und Landeskunde, wird in dem Themenheft "Teilnehmer an der Napoleonischen Kriegen und Befreiuungskämpfen von 1807-1815" über die thüringischen Teilnehmer an dieser Schlacht berichtet.

 

Auszug

A. Kreis Meiningen

1. Amtsgerichtsbezirk Meiningen

Bauerbach

Ledermann, Meyer, ein Jude, vpfl. 20.07.1813, 19 Jahre alt. 1813 M. Er war beim Gefecht bei Belzig-Hagelberg bis abends 11 Uhr anwesend, konnte aber wegen des tiefen Sandes nicht mehr fortkommen und blieb liegen. Nachdem er sich etwas erholt hatte, ging er fort, vermied alle Orte und kam am 6.9.1813 nach Meiningen. 1814/15.

 

Leutersdorf

Pfeiffer, Ernst Karl Dan., * 1.1.1796, S. d. Pfarrers J. Chn. Pf. u. Ros. Marie Köhler aus Benshausen, vpfl. 10.2.1812, frwll. Chir., 1813, (siehe Teil. III. Von dem Gefecht bei Belzig. Furier J. Paul Sauerteig!), 1814/15 Utffz. Vater in Meiningen * 11.10.1758, 1784 Kantor in Schalkau, 1797 Kantor in Sonneberg, 9.1.1801 bis 1813 Pfarrer in Leutersdorf, + 15.7.1813 an Auszehrung, 1. Frau (s. o.), 2. Frau Soph. Amalie Glaser.

 

Kreis Sonneberg

Amtsgerichtsbezirk Schalkau

Almerswind

Kirchner, Jak., verpf. 04.04.1813, 18 J.m 1813 M., 21.09.1813 zurück.

Bis zum 26.08. bei Liebnitz im Gefecht. Nach dem letzten Karree ging er in den Wald, verlor in der Dunkelheit seine Kameraden, kam mit dem Rest nach Wittenberg, konnte vor Mattigkeit nicht mehr folgen, ging mit Gothaern über Merseburg ins Meininger Oberland, blieb einige Tage zu hause, dann nach Meiningen, 1814, 1815.

 

Rauenstein

Armann, J., * 25.10.1786, S. d. Handarb. J. Heinr. A. und der Kath. Barb. Leuthäuser, verfl. 6.03.1813 als Stellv. f. Heinr. Koch, Dreißigacker, Drechsler. 1813 Th. B. zurück 29.05.1813 mit. Utffz. Fritz, Walldorf. Hatte auf dem Hinmarsch versucht, in Jena zu des., mit 1. Tag Arrest bestrafr. 1813 M., 12.09. zurück mit 8 Oberländern. Sie hatten bis zum Ende dem Gefecht bei Belzig-Hagelberg beigewohnt. Erst als alles in vollen Rückzug war, hatten sie einen günstigen Augenblick wahrgenommen, in einen Dickicht der Gefangenschaft zu entgehen, weil Ihnen die Kosaken dorthin nicht folgen konnten, Am 28.08. gingen sie bei Wittenberg über die Elbe und kamennach Sonneberg. In Hildburghausen ließ ihnen der Herzog Branntwein, Bier und Semmeln geben und einquartieren. 1814.

Leipold, Karl Fr., * 30.03.1793, S. d. Drehers in der Porzellanfabr. F. G. L. und der M. B. Armann, 1813 M., kehrte am 25.09. zurück mit Dav. Diez, Sonneberg. Sie waren bei Belzig von den Kosaken gefangen worden, welche ihnen Gewehre, Patronentaschen, Tornister abnahmen, kamen in Wittenberg wieder zum Regiment. Sie hatten nicht zu leben und kamen vor Mattigkeit nicht mehr weiter. Nun kehrten sie in die Heimat zurück, wo Leipold längere Zeit blieb, 1814/15. Er war des., stellte sich wieder und wurde als Des. betrachtet.

Schimmel, Dan., wahrsch. von auswärts (Porzellanfab. !), vpfl. 3.08.1813, Jägerbursche, Stellv. f. J. R. Meusel, Bauer in neufang, 21 21 J. alt. 1813 M., Gefangenschaft b. Belzig, 1814, 1815 krank nach Meiningen zum. Depot, "alt u. cachectisch (gebrechlich), zu beabschieden." Wegen Engbrüstigkeit und Verlust der Schneidezähne entlassen.

 

 

Verzeichnis der Invaliden, welche in den Feldzügen 1813 – 1815 als Vaterlandsverteidiger im Verfolge ihres rühmlichen Benehmens vor dem Feinde geblieben sind, oder durch das Eiserne Kreuz ausgezeichnet wurden (Auszug: Aus Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam 1817 Extrablatt Nr. 12)

133) Friedrich Krause, Gemeiner im 3. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Salingen im Havellande, starb im Lazarett zu Brandenburg an seinen bei Hagelberg erhaltenen Wunden.

161) Friedrich Marzahn, Wehrreuter im 3. Kurm. Landw. Kav. Regt., aus Neu – Trebin im Oberbarnimschen Kreise,  blieb am 27. August 1813 bei Hagelberg.

162) Friedrich Bulle, Wehrreuter im 3. Kurm. Landw. Kav. Regt., aus Joachimsthal im Niederrbarnimschen Kreise,  blieb am 27. August 1813 bei Hagelberg.

163) Gottlob Eichstädt, Wehrreuter  im 3. Kurm. Landw. Kav. Regt., aus, Groß – Schönbeck im Niederbarnimschen Kreise, blieb am 27. August 1813 bei Hagelberg.

 

Verzeichnis der Invaliden, welche in den Feldzügen 1813 – 1815 als Vaterlandsverteidiger im Verfolge ihres rühmlichen Benehmens vor dem Feinde geblieben sind, oder durch das Eiserne Kreuz ausgezeichnet wurden (Auszug: Aus Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam 1818 Extrablatt )

203) Johann Krieg, Gemeiner im 5. Kurm. Landw. Cav. Regt., aus Rathenow, im Gefecht bei Lübenitz geblieben

204) Wilhelm Hundt, Unteroffizier im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Klein Lüben, erhielt im Gefecht bei Hagelberg das eiserne Kreuz 2. Klasse

205) Christ. Steinberg, Feldwebel im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Neu - Ruppin, erhielt im Gefecht bei Hagelberg das eiserne Kreuz 2. Klasse

206) Wilhelm Treuter,  Feldwebel im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Wusterhausen, erhielt im Gefecht bei Hagelberg das eiserne Kreuz 2. Klasse

207) Christ. Busch, Portopee- Fähnrich im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Potsdam, erhielt im Gefecht bei Hagelberg das eiserne Kreuz 2. Klasse und in der Schlacht bei Belle Alliance das eiserne Kreuz erster Klasse

208) Anton Heldt, Unteroffizier im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Rheinsberg, erhielt im Gefecht bei Hagelberg das eiserne Kreuz 2. Klasse

209) Christ. Mewis, Gefreiter im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Meyenburg, erhielt im Gefecht bei Hagelberg das eiserne Kreuz 2. Klasse

222) Christ. Lahmann, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Appendorf,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

223) Georg Albrecht, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Wilsnack,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

224) Ludwig Schulz, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Rambow,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

225) Ludwig Zabel, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Rambow,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

226) Friedrich Gädicke, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Lenzen,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

227) Johann Kasemeyer, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Lenzen,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

228) Johann Jahnecke, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Seddin,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

229) Johann Schröder, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Porep,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

230) Heinrich Menner, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Beeck,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

231) Johann Krug, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Quitzow,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

232) Johann Gabel, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Groß - Gottschow,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

233) Friedrich Engel, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Puttlitz,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

236) Heinrich Kybach , Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Silmerdorf, im Gefecht bei Hagelberg geblieben

237) Peter Bonebock, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Jederitz,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

239) Joachim Steckle, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Reckenthin,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

240) Hans Schmock, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Garz,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

241) Johann Müller, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Babitz,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

242) Christ. Lemm, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Havelberg,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

246) Anton Christ. Wesenberg, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Joachimshoff, im Gefecht bei Hagelberg blessiert hernach gestorben

247) Ludwig Beeck, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Freyenstein,  im Gefecht bei Hagelberg blessiert hernach gestorben

248) Johann Hartmann, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Schönhagen,  im Gefecht bei Hagelberg blessiert hernach gestorben

249) Anton Schönemann, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Kunow,  im Gefecht bei Hagelberg blessiert hernach gestorben

250) Christ. Gädicke, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Garz,  im Gefecht bei Hagelberg blessiert hernach gestorben

272) Ludwig Rosenträger, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Dabergotz,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

274) Jakob Wolff, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Kerzlin,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

275) Ludwig Dieck, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Wusterhausen,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

276) Johann Schönholz, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Lichtenberg,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

277) Christ Rensch, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Keller,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

278) Johann Bolte, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Marienthal,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

280) Christ. Pieper, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Derschow,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

281) Christ. Leest, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Krenzlin,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

282) Christ. Rahn, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Werder,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

285) Johann Deter, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Wustrau,  im Gefecht bei Hagelberg blessiert hernach gestorben

287) Friedrich Klähn, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Rheinsberg,  im Gefecht bei Hagelberg blessiert hernach gestorben

310) Gottl. Buschow, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Bötzow,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

311) Joachim Wernitz, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Vehlefanz,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

312) Friedrich Wilcke, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Cremmen,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

333) Gottl. Wietz, Gemeiner im 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Wittstock,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

338) Johann Hartmann, Unteroffizier im 7. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Löwenbruch, erhielt das Eiserne Kreuz zweiter Klasse für vorzügliches Benehmen in den Gefechten bei Hagelberg und Pechau

339) Wilhelm Steinicke, Unteroffizier im 7. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Cöpenick, erhielt das Eiserne Kreuz zweiter Klasse für vorzügliches Benehmen in den Gefechten bei Hagelberg und Pechau

340) Martin Schulze, Gemeiner im 7. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Cabelow, erhielt das Eiserne Kreuz zweiter Klasse für vorzügliches Benehmen in den Gefechten bei Hagelberg und Pechau

341) Carl Schnioffsky, Gemeiner im 7. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus der Stadt Werder, erhielt das Eiserne Kreuz zweiter Klasse für vorzügliches Benehmen in den Gefechten bei Hagelberg

342) Christ. Meye, Gemeiner im 7. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus der Stadt Werder, erhielt das Eiserne Kreuz zweiter Klasse für vorzügliches Benehmen in den Gefechten bei Hagelberg

343) August Dichte, Gemeiner im 7. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Damelang, erhielt das Eiserne Kreuz zweiter Klasse für vorzügliches Benehmen in den Gefechten bei Hagelberg

349) Gottlob Weber, Unteroffizier im 7. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Freyenthal,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

350) Christ. Frede, Gemeiner im 7. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Caput,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

351) Friedrich Blisse, Gemeiner im 7. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Kleistow,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

352) Johann Unger, Gemeiner im 7. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Kleistow,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

353) Friedrich Fahle, Gemeiner im 7. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Groß - Beuten,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

354) Christ. Färber, Gemeiner im 7. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Glienicke,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

355) Johann Flaschmann, Gemeiner im 7. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Staacken,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

356) Gottfried Krüger, Gemeiner im 7. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Groß - Manschow,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

357) Heinrich Pfeil, Gemeiner im 7. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Rago,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

358) Ludwig Schmiedeke, Gemeiner im 7. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Zossen,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

359) Christ. Stolle, Gemeiner im 7. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Motzen,  im Gefecht bei Hagelberg geblieben

364) Christ. Tafele, Unteroffizier im 7. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Schöneiche,  im Gefecht bei Hagelberg blessiert und an den Wunden gestorben

365) Christ. Max, Gemeiner im 7. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Nowawes,  im Gefecht bei Hagelberg blessiert und an den Wunden gestorben

366) Andreas Bahrmann, Gemeiner im 7. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Klein Machnow,  im Gefecht bei Hagelberg blessiert und an den Wunden gestorben

367) Johann Becker, Gemeiner im 7. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Alt Glienicke,  im Gefecht bei Hagelberg blessiert und an den Wunden gestorben

368) Peter Leisegang, Gemeiner im 7. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Goosen,  im Gefecht bei Hagelberg blessiert und an den Wunden gestorben

369) Christ. Schultz, Gemeiner im 7. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Schmagendorf,  im Gefecht bei Hagelberg blessiert und an den Wunden gestorben

370) Friedrich Saltzmann, Gemeiner im 7. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Werben,  im Gefecht bei Hagelberg blessiert und an den Wunden gestorben

374) Peter Mannewitz, Gemeiner im 7. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Kloster Lehnin,  im Gefecht bei Hagelberg vermißt, wahrscheinlich geblieben

375) Peter Rietz, Gemeiner im 7. Kurm. Landw. Inf. Regt., aus Göhlsdorf,  im Gefecht bei Hagelberg vermißt, wahrscheinlich geblieben

65) J. D. Stinde, Feldwebel im 4. Kurm.  Landw. Inf. Regt., aus Havelberg, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse für das Gefecht bei Belzig

69) Martin Bendin, Gemeiner im 4. Kurm.  Landw. Inf. Regt., aus Zehlendorf, bei Belzig geblieben

73) J. Erd. Mertins, Gemeiner im 4. Kurm.  Landw. Inf. Regt., aus Dallmin, bei Belzig geblieben

75) C. Friedrich Senz, Gemeiner im 4. Kurm.  Landw. Inf. Regt., aus Gransee, bei Belzig geblieben

76) Christ. Tietz, Gemeiner im 4. Kurm.  Landw. Inf. Regt., aus Kortschlag, bei Belzig geblieben

82) J. Friedrich Jäkel, Gemeiner im 4. Kurm.  Landw. Inf. Regt., aus Brandenburg, bei Belzig schwer blessiert, und an seinen Wunden gestorben

83) Den. Friedrich Maschner, Gemeiner im 4. Kurm.  Landw. Inf. Regt., aus Zehdenick, bei Belzig schwer blessiert, und an seinen Wunden gestorben

84) Martin Schulze, Gemeiner im 4. Kurm.  Landw. Inf. Regt., aus Karstädt, bei Belzig schwer blessiert, und an seinen Wunden gestorben.

 

Auszug aus der Gefallenenlisten der Residenz Berlin (Amtsblatt der Königlichen Regierung in Berlin 1820)

 

39) Joh. Pikermann, Unteroffizier im 4. Kurmärkischen Landwehr - Inf. Reg., erhielt für die Schlacht bei Belzig am 27 Aug. 1813 das eis. Kreuz 2. Kl.

43) Pechtel, Landwehrmann im 4. Kurmärkischen Landwehr - Inf. Reg., erhielt für die Schlacht bei Belzig am 27 Aug. 1813  das eiserne Kreuz 2. Klasse

54) Aug. Boche, Unteroffizier im 4. Kurmärk. Landwehr - Inf. Reg., blieb dem 27. August 1813 bei Belzig

58) Carl Fried. Franke, Gemeiner im 4. Kurmärk. Landwehr - Inf. Reg., blieb dem 27. August 1813 bei Belzig

61) David Gerlach, Gemeiner im 4. Kurmärk. Landwehr - Inf. Reg., blieb dem 27. August 1813 bei Belzig

62) Carl Fried. Heine, Gemeiner im 4. Kurmärk. Landwehr - Inf. Reg., blieb dem 27. August 1813 bei Belzig

63) Joh. Fried. Johl, Gemeiner im 4. Kurmärk. Landwehr - Inf. Reg., blieb dem 27. August 1813 bei Belzig

69) Heinr. Sommer, Gemeiner im 4. Kurmärk. Landwehr - Inf. Reg., blieb dem 27. August 1813 bei Belzig

76) Carl Heinr. Ludw. Falkenhagen, Gemeiner im 4. Kurmärk. Landwehr - Inf. Reg., blieb dem 27. August 1813 bei Belzig

84) Joh. Gottl. Zwolski, Gemeiner im 4. Kurmärk. Landwehr - Inf. Reg., blieb dem 27. August 1813 bei Belzig

85) Martin Fritze, Tambour im 4. Kurmärk. Landwehr - Inf. Reg., den 27. August 1813 bei Belzig verwundet und gestorben

93) Gottfr. Gundermann, Unteroffizier im 1. Kurmärk. Landw. Inf. Reg., erhielt für das Gefecht bei Hagelberg das einerne Kreuz 2. Kl.

 

 

          

Aufstellung der Verluste und Verletzten

 

Zur Erinnerung an die Schlacht bei Hagelberg wurde eine Gedenkmünze herausgegeben.

 

  

 

Das Borussiadenkmal

Auf Initiative des Belziger Rittergutsbesitzers Friedrich Karl August von Freiberg (1789 - 1862) wurde das Borussiadenkmal auf dem Hagelberg errichtet. Die Finanzierung des Denkmals erfolgte durch Spenden. Den Spendenaufruf  dazu verfasste er 1847, der erst im Mai 1848 durch den König Friedrich Wilhelm von Preußen genehmigt wurde.

Rene Schneider schreibt in seinem Artikel über "Die Borussia auf dem Hagelberg", dass die Mitglieder des Ausschusses für die Errichtung des Denkmals, bis auf den Landrat von Tschirschky, unbekannt sind. In der Königlich privilegierten Berlinischen Zeitung von 1848 werden neben dem Landrat von Tschirschky auch der Major von Freiberg und der Herr von Oppen auf Fredersdorf bei Belzig als Ausschussmitglieder genannt.

 

Spendenliste für das Hagelbergdenkmal (1848)

 

Die Ausführung des Denkmals erfolgte durch den Bildhauer Julius August Streichenberg. Neben der Borussia enthielt das Denkmal verschiedene bildliche Elemente.  Auf der Vorderseite des Sockels war folgende Inschrift angebracht.

 

Der

heldenmutigen Landwehr

welche

am 27. August 1813

von Vaterlandsliebe begeistert

hier einen glänzenden Sieg erfochten-

Errichtet von Vaterlandsfreunden

1849

 

Die beiden Kanonen, Beutestücke aus dem Krieg von 1870/ 71, wurden 1877 neben dem Denkmal aufgestellt.

Die Borussia wurde 1946, im Zuge der antipreußischen Emotionen, durch eine unbekannte Hand zerstört und durch einen Findlingstein, mit der Aufschrift 1813, ersetzt. Auch die Inschrift wurde entfernt und durch den Schriftzug "27. August Gefecht bei Hagelberg" ersetzt. Die Bildnistafel des Generals Carl Friedrich v. Hirschfeld, welche zu Zeiten der DDR vom Denkmal entfernt wurde und sich auf einem extra errichteten Denkmal auf der Bricciusberg in Belzig befand, wurde in der Nachwendezeit wieder am Hagelbergdenkmal angebracht.

Die Hagelbergfeiern

Das erste Mal das dieses Ereignis mit einer großen Feier begangen wurde war im Jahre 1849, anlässlich der Enthüllung des Borussiadenkmals.

Über die Feierlichkeiten fand ich im Archiv der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg e.V. dazu das „Programm zur Feier der Enthüllung des Denkmals bei Hagelberg am 27. August 1849“.

In diesem Programm wird neben den allgemeinen Bestimmungen, Bestimmungen über die Feier selbst und einer Beschreibung der Schlacht bei Hagelberg, auch die Aufstellung der Teilnehmer festgelegt.

 

 

Aufstellung

1. In die Preußischen Farben gekleidete junge Damen umstehen, Girlanden haltend, das Monument.

2. Ein Veteran, der dem Treffen beigewohnt hat und dort dekoriert worden ist, wird sich rechts vom Monument mit der Preußischen Fahne aufstellen.

3. Die dabei anwesenden Sänger-Chöre stellen sich im weiten Halbkreis um das Monument so auf, dass die vordere Seite frei bleibt.

4. Die dabei etwa anwesenden Truppen und Corporationen bilden um das Monument ein großes geschlossenes, inwendig offenes Viereck oder einen Kreis, so dass der nach dem Monumentführende Weg frei und inwendig hinlänglicher Raum bleibt. - Diejenigen, welche dem Treffen beigewohnt haben, werden sich entweder vor den Krieger-Vereinen oder aber auf dem rechten Flügel derselben aufstellen, was erst die Örtlichkeit auf dem Platze selbst ergeben wird.

Über den Ablauf der Enthüllungsfeier wird uns folgendes mitgeteilt.

Das Fest begann mit dem Choral „Ein' feste Burg ist unser Gott“. Danach hielt Pastor Brohm aus Lübnitz die Festrede. Im Anschluss daran erklang der Choral „Nun danket Gott mit Herzen“.

Major von Freiberg skizzierte danach in einer kurzen Rede den Ablauf der Schlacht bei Hagelberg. Danach erfolgte die Enthüllung des Denkmals, wobei die anwesenden „Truppen und Corporationen“ zu salutieren hatten. Danach überreichte eine Dame seiner Majestät ein auf das Fest bezügliches Gedicht. Nach diesem Zeremoniell erfolgte das Singen der Nationalhymne und ein „Lebe-Hoch“ auf Seine Königliche Hoheit den Prinzen von Preußen und ein „Lebe-Hoch“ auf die Armee. Zum Abschluss der Feier wurde dann das Volkslied „Ich bin ein Preuße, kennt ihr meine Farben?“ gesungen. Mit dem Ab- und Nachhausemarsch war die Enthüllungsfeier beendet.

 

Das alte Hagelbergdenkmal (auch Borussiadenkmal genannt)

14 Jahre später, am Vormittag des 27. August 1863, waren wieder viele Hunderte aus Belzig und Umgebung am Denkmal, um die 50. Wiederkehr des Tages von Hagelberg zu feiern.

Zur 100jährigen Wiederkehr der Schlacht bei Hagelberg kann man dem Zauch- Belziger Kreisblatt u. a. folgendes entnehmen. Am 27. August 1913 wurde bei der Hagelbergfeier das Stück „Hagelberg" von Paul Quade festlich aufgeführt. Das Volksstück wurde in den Apfelbergen, bei Hagelberg, vor Hunderten von Zuschauern, von vielen Belziger Darstellern dargeboten.

Anlässlich der Hagelbergfeier wurde der Rektor Paul Quade mit dem Roten Adler Orden IV. Klasse ausgezeichnet, der Kreiskommunalkassenrendant Heinrich Wittenberg erhielt den Königlichen Kronenorden IV. Klasse, der Lehrer Ernst Beindorf erhielt den Adler zum Königlichen Hausorden der Hohenzollern und das Königlich Preußische Verdienstkreuz in Silber erhielt der Sattlermeister Franz Boege.

Den Aufzeichungen des ehemaligen Stadtarchivars Herrn Erwin Krüger ist es zu verdanken dass die „Festordnung für die 100jährige Gedenkfeier der Schlacht bei Hagelberg am 26. und 27. August 1913“ uns erhalten geblieben ist.

 

 

Festordnung für die 100jährige Gedenkfeier der Schlacht bei Hagelberg

Dienstag, den 26. August, in Belzig

7 Uhr abends: Kommers und Konzert auf den Bahnhöfen in Belzig.

Mittwoch, den 27. August

1. Empfang der Kameraden auf den Bahnhöfen in Belzig.

2. Sammeln auf dem Marktplatz zum Marsch nach Hagelberg 10 Uhr vormittags.

3. Aufstellen der Kriegervereine pp. vor dem Denkmal „Borussia“.

4. Feldgottesdienst 1 Uhr nachmittags.

5. Ansprache durch den Vorsitzenden des Kreis-Kriegerverbandes Zauch-Belzig.

6. Bericht über die Schlacht bei Hagelberg (Herr Landrat von Tschirschky).

7. Parademarsch der Kriegervereine vor den Vertretern Sr. Majestät.

8. Nach dem Vorbeimarsch sofortiger Abmarsch nach dem Festplatz unter den Birken.

9. Auf diesem Platze Konzert und auf einer Naturbühne Aufführung von „Hagelberg“, vaterländisches Schauspiel in 3 Akten von P. Quade. Beginn des Theaters 5 Uhr nachmittags.

10. Abends Ball in 3 Sälen Belzigs.

 

Aufstellung des Vereine anlässlich der 100. Jahrfeier 1913

Die Vereine, die sich an der Feier vor dem Denkmal am 27. beteiligen werden, wollen dies und die Zahl der Teilnehmer bis spätestens zum 15. August dem unterzeichneten Vorstand, z. Hd. des Herrn Kameraden Beindorf-Belzig, mitteilen.

Die Fahrpläne für die beantragten Sonderzüge werden den Vereinen rechtzeitig zugesandt und auch in den Lokalblättern veröffentlicht.

Anzug der Offiziere: Dienstanzug: Waffenrock, Helm, Kartusch, Bandelier, Feldbinde, Achselstücke, braune Handschuhe.

Anzug für Mannschaften: Hoher Hut oder Vereinsmütze, schwarzer Rock bzw. Vereinsuniform, weiße Binde, weiße Handschuhe.

Orden und Ehrenzeichen im Original, sowie Vereinsabzeichen sind anzulegen.

Der Vorstand des Kreis-Kriegerverbandes Zauch-Belzig.

 

Am 27. August 1955 um 19.00 Uhr wurde im Rahmen einer kleinen Feierstunde das neue Hagelbergdenkmal auf dem Kienberg in Hagelberg eingeweiht worden.

Die Inschriftentafel enthält folgenden Text:

ZUR ERINNERUNG

AN DIE

DEUTSCH -RUSSISCHE

WAFFENBRÜDERSCHAFT

IM GEFECHT BEI

HAGELBERG

AM 27. AUGUST 1813

 

Zur Nutzung des Geländes für das neue Hagelbergdenkmal gibt es im Kreisarchiv Belzig folgenden Vertrag

 

Der   Rat des Kreises Belzig

Nutzungsvertrag

zwischen Herrn Otto Wieland, wohnhaft in

Hagelberg-Haus-Nr. 8- im nachfolgenden Verpächter genannt

und

dem Rat des Kreises Belzig, vertreten durch den Vorsitzenden

Herrn Horst Vogel und dem Stellvertreter des Vorsitzenden

Herrn Wilhelm Schubert

in nachfolgendem Pächter genannt,

wird nachfolgender Nutzungsvertrag geschlossen:

Zur Erschließung historischer Kulturstätten und weiteren

 Entfaltung unseres nationalen Kulturerbes hat der Rat des

Kreises Belzig den Beschluß gefaßt, zur Erinnerung an den

 Befreiungskampf des deutschen Volkes von der napoleonischen

 Herrschaft auf dem Hagelberg ein Denkmal zu errichten.

 Ein Teil des hierfür vorgesehenen Geländes steht im

Eigentum des Verpächters. Um die Möglichkeit zu schaffen,

auch auf diesem Teil das Denkmal zu errichten, wird

 nachfolgendes vereinbart:

 

§ 1

Gegenstand des Nutzungsvertrages ist die im Gr.Buch Bd. I,

Blatt 8, katasterlich ausgewiesene Parzelle 142. Von

dieser Parzelle wird folgende Fläche für die Errichtung

des Denkmal's beansprucht: Von der Ostgrenze dieser

Parzelle aus gerechnet 3 m nach Westen auf der Kuppe des

Berges, nach Süden von Mitte Denkmal gerechnet 5 m und

nach Norden ebenfalls von Mitte Denkmal gerechnet 2 m.

Diese eben im einzelnen abgegrenzte Fläche überläßt der

Verpächter unentgeltlich dem Pächter zur Errichtung des

oben erwähnten Denkmals.

Alle anderen bestehenden Eigentumsrechte an dieser Fläche,

wie z.B. Rechte auf Holzung oder ggf. Kies- oder Sandent-

nahme, werden durch das Nutzungsrecht nicht beeinträchtigt.

Die Ausübung aller Eigentumsrechte an der in Frage

stehenden Fläche darf während der Nutzungszeit nicht zum

Schaden der kulturellen Anlage erfolgen.

 

§ 2

Um den Besuchern des Denkmals Gelegenheit zu geben diese

Kulturstätte zu betreten, räumt der Verpächter zu diesem

Zweck ein Wegerecht auf den Parzellen ein, über die der

Besucherweg führt. Dieser Weg führt in einer ungefähren

Breite von 3 m am Abhang des Berges, südlich vom Denkmal.

Zur Sicherung der anliegenden Parzellanten, so auch des

 Verpächters, verpflichtet sich der Pächter die notwendigen

Sicherungsmaßnahmen zu treffen.

 

§ 3

Das Nutzungsrecht beginnt mit der Errichtung des Denkmals

und läuft solange das Denkmal besteht.

 

§ 4

Erfüllungsort und Gerichtsstand ist der Sitz des Pächters,

d. h. Kreisstadt Belzig bezw. Kreisgericht Belzig.

Belzig, den 10. Juni 1954

 

Der Verpächter:                       Der Pächter:

                                                                                                                       (Otto Wieland)                      (Unleserlich)

 

 

Ein weiterer Höhepunkt war der Festumzug zum 150jährigen Jubiläum der Schlacht bei Hagelberg in Belzig am 01. September 1963.

Der Programmablauf der Hagelbergfeier konnte ich dem Flämingecho vom 30. August 1963 entnehmen.

Programm der Hagelbergfeier am 1.September 1963 in Belzig

9.00 Uhr Kranzniederlegung auf dem Gertraudenfriedhof

10.00 Uhr Frühkonzert der Schalmeienkapelle im Garten der HOG „Fläminggarten“

14.00 Uhr Historischer Festumzug

15.00 Uhr Hagelbergfeier mit Estradenprogramm auf der Burg Eisenhardt

19.30 Uhr Großes Feuerwerk auf dem Gelände an der Lübnitzer Straße.

20.30 Uhr Tanzveranstaltung in der HOG „Fläminggarten“ und „Burg Eisenhardt“.

 

Programm zum 200. Jahrestag der Schlacht von Hagelberg (2013)

Sonntag, 18. August 2013

15.00 Uhr Eröffnung der Ausstellung "Krieg und Frieden" auf der Burg Eisenhardt

Dienstag, 27. August 2013 (Jahrestag der Schlacht)

10.30 Uhr Wanderung nach Hagelberg

Start: Burg Eisenhardt

15.00 Uhr Kranzniederlegung am neuen Denkmal in Hagelberg

15.30 Uhr Eröffnung der Ausstellung "Hagelberg 1813-2013"

Ort: Kirche in Klein Glien

(Die Ausstellung "Hagelberg 1813-2013" kann von 10.00-14.00 Uhr und von 16.00-17.00 Uhr besichtigt werden)

17.00 Uhr Erläuterung des Zinnfigurendiorama "Hagelberg"

Ort: Museum Burg Eisenhardt

18.00 Uhr Vortrag "200 Jahre Hagelberg 1813"

Samstag, den 31. August 2013

12.00 Uhr Enthüllung einer Gedenk-Plakette

Ort: Ortskern von Hagelberg

ab 12.30 Uhr historisches Biwak im Rahmen des Dorffestes Hagelberg

17.00 Uhr Theaterstück "Im Namen der Freiheit" auf dem Hagelberg

 

 

Literatur

Festprogramm zur Einweihung des Hagelbergdenkmals am 27. August 1849

Hagelbergfeier 1913

Festschrift 1955

 

Friedrich August Ludwig von der Marnitz: Beschreibung des Treffens von Hagelberg unweit Belzig: geliefert am 27sten August 1813

 

Nachrichten von den Schlachten bei Belzig am 22. und 26. August und an der Katzbach am 27. August 1813 (Faksimile)

 

Auszug aus den Schriften des Vereins für Meiningsche Geschichte und Landeskunde

 

Hagelberg - Vaterländisches Schauspiel in drei Akten von Paul Quade (1913)